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Jensma Agro spart Arbeitskräfte mit der Optica Q für Pflanzkartoffeln

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Jensma Agro spart Arbeitskräfte mit der Optica Q für Pflanzkartoffeln

Jensma Agro investiert in optische Qualitätssortierer, um mit weniger Personal mehr Pflanzkartoffeln zu verarbeiten.

Jensma Agro im friesischen Westhoek investierte im vergangenen Jahr in zwei optische Qualitätssortierer, um die Verarbeitungskapazität zu erhöhen und gleichzeitig den Personalbedarf zu reduzieren.


Der Ackerbaubetrieb liegt am historischen Oudebildtdijk an der Wattenmeerküste. Ende Februar herrscht auf dem Betrieb eine vergleichsweise ruhige Zeit, sodass Hessel Jensma Zeit für einen Betriebsbesuch hat. Hin und wieder fährt ein Lkw auf den Hof, um Pflanzkartoffeln abzuholen. Die Sortieranlage steht bereits seit einigen Wochen still, da ein Großteil der Pflanzkartoffeln bereits sortiert und eingelagert wurde.


Nur ein kleiner Teil der Ernte muss noch sortiert werden. Allerdings wartet der Betrieb noch auf Abrufe der Pflanzgutunternehmen. Da die Kartoffelverarbeiter ihre Verträge in diesem Jahr verspätet vergeben haben, erfolgen auch die Abrufe der Pflanzgutfirmen später als gewöhnlich. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass das Sortieren, Absacken und Ausliefern der letzten Pflanzkartoffeln mit den Frühjahrsarbeiten auf dem Feld zusammenfällt.


Familienbetrieb

Jensma Agro ist ein Familienunternehmen, das von den Brüdern Sjoerd und Gerlof sowie ihren Neffen Andries, Jan Syds und Sjoerd Watze geführt wird. Die drei Neffen sind die Söhne von Goffe, dem Bruder von Sjoerd und Gerlof, der das Unternehmen 2018 verlassen hat. Hessel, der Sohn von Gerlof, ist bei Jensma Agro angestellt und soll künftig ebenfalls Teil der Gesellschaft werden. Neben Hessel beschäftigt das Unternehmen zwei weitere feste Mitarbeiter und setzt zusätzlich selbstständige Dienstleister sowie Zeitarbeitskräfte ein. Der Betrieb verfügt über drei Hauptstandorte: Westhoek, Sint Jacobiparochie und Oude Bildtzijl. Jensma Agro produziert Pflanzkartoffeln für HZPC, Averis Seeds, Agrico und Europlant. Die wichtigste Sorte ist Innovator. Weitere Sorten sind unter anderem Lugano, Donata und Avamond.


VOF Jensma Agro – Westhoek (Friesland)

Gesamtfläche: 580 ha

Pflanzkartoffeln: 223 ha

Speisekartoffeln: 14 ha

Zuckerrüben: 82 ha

Zwiebeln: 48 ha

Winterweizen: 186 ha

Wintermöhren: 17 ha

Brache: 12 ha


Tolsma-Grisnich Optica Q

Im vergangenen Jahr investierte Jensma Agro in zwei Optica Q Qualitäts-Sortierer von Tolsma-Grisnich. Zusätzlich wurden ein Smart Grader zur Aussortierung von Übergrößen sowie eine gebrauchte vollautomatische Absacklinie angeschafft. Ziel der Investition ist es, mit weniger Personal mehr Pflanzkartoffeln verarbeiten zu können. Vor der Anschaffung wurden zwei Hersteller miteinander verglichen. Letztendlich fiel die Wahl auf den Tolsma-Grisnich Optica Q. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Wettbewerber besteht darin, dass der Optica Q drei separate Ausgänge besitzt: einen für das Produkt, einen für Futterkartoffeln und einen für Erdkluten. Bei einem großen Mitbewerber werden Futterkartoffeln und Kluten gemeinsam vom Produktstrom getrennt. „Dieser kombinierte Strom müsste anschließend noch einmal durch eine separate Einheit laufen, um Futterkartoffeln und Kluten wieder voneinander zu trennen.“


Hohe Zufriedenheit mit den Qualitätssortierern

Pro Stunde werden rund 30 Tonnen Pflanzkartoffeln auf ihre Qualität geprüft. „Ein Optica Q ersetzt ungefähr die Arbeit von drei Personen – und wir haben gleich zwei davon“, erzählt Hessel begeistert. Die gesamte Sortierlinie wurde so aufgebaut, dass die Kartoffeln unterschiedliche Wege durchlaufen können.„In den meisten Fällen passieren sie zunächst die Optica Q und gelangen anschließend in den Leseraum zur manuellen Nachkontrolle. Sie können aber auch ausschließlich durch den Leseraum oder ausschließlich an den Optica-Geräten vorbeigeführt werden.“ Der Leseraum selbst blieb unverändert und verfügt weiterhin über zwei Kontrollbänder. „Heute sitzt oft nur noch eine Person an einem Kontrollband. Bei schwierigeren Partien arbeiten zwei Personen an einem Band, damit die Kartoffeln von beiden Seiten kontrolliert werden können.“


Hessel ist mit der Leistung der Qualitätssortierer äußerst zufrieden. „Kluten, halbierte Knollen und beschädigte Kartoffeln werden nahezu fehlerfrei erkannt und ausgeschleust. Bei anderen Mängeln stelle ich die Maschine bewusst nicht zu empfindlich ein, damit nicht unnötig gute Kartoffeln aussortiert werden. Diese kontrollieren wir lieber manuell im Leseraum. Dadurch können wir heute viel gezielter sortieren.“


Noch Verbesserungspotenzial vorhanden

Nach Ansicht von Hessel gibt es dennoch weiterhin Möglichkeiten zur Optimierung. „Früher – besonders bei der Größenklasse 28–35 mm mit vielen Erdkluten – mussten wir alle verfügbaren Mitarbeiter zusammenrufen, um Kluten von Hand auszusortieren. Das kostete viel Zeit und Arbeitskraft und hatte mit einer eigentlichen Qualitätskontrolle der Kartoffeln wenig zu tun.“ Heute gelangen nahezu keine Kluten mehr in den Leseraum.


Dennoch sieht Hessel einige Punkte, die noch verbessert werden können. Beschädigungen an den Stirnseiten der Knollen oder andere Defekte an den Enden erkennt der Optica Q weniger gut, da sich die Kameras senkrecht über dem Produkt befinden. Auch kleine Löcher stellen derzeit noch eine Herausforderung dar. „Momentan ist es oft alles oder nichts. Schon bei kleinsten Ansätzen eines Loches wird die Knolle ausgeschleust. Werden die Parameter weniger streng eingestellt, landet dagegen fast alles wieder im Leseraum. An dieser Stelle kann die Software noch weiterentwickelt werden.“ Er ist jedoch überzeugt, dass diese Verbesserungen in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Hinter der Maschine steht ein starkes Team mit einem ausgezeichneten Service.


Der perfekte Zeitpunkt für die Investition

Hessel möchte die genaue Investitionssumme im Fachmagazin nicht nennen, bestätigt jedoch, dass sich die Investition auf mehrere Hunderttausend Euro belief. Die Saison 2023/24 erwies sich als idealer Zeitpunkt für diese Investition. Die Preise für Pflanzkartoffeln waren außergewöhnlich hoch. Zudem kamen die Anlagen für die niederländischen Umweltförderprogramme MIA/Vamil infrage, wodurch sich die Investition auch steuerlich besonders attraktiv gestaltete.


Eine Besonderheit der Anlage bei Jensma Agro besteht darin, dass die beiden Qualitätssortierer sowohl parallel als auch in Serie betrieben werden können.

„Dadurch können wir entweder mit hoher Kapazität auf zwei Maschinen sortieren oder schwierige Partien nacheinander über beide Maschinen laufen lassen.“ Aus technischen Gründen konnte diese zweite Möglichkeit in der vergangenen Saison allerdings noch nicht genutzt werden.


Der gesamte Sortierprozess verläuft heute wesentlich schneller. Früher war der Leseraum der Engpass. Heute ist die Sortiermaschine selbst der begrenzende Faktor. Die Sortiermaschine verarbeitet 25 Tonnen pro Stunde, während jeder Optica Q 15 Tonnen pro Stunde schafft. Zusammen erreichen beide Maschinen somit eine Kapazität von 30 Tonnen pro Stunde. Um mit dieser Leistung Schritt zu halten, läuft die Sortiermaschine inzwischen sogar während der Kaffee- und Mittagspausen weiter. Häufig wird sie erst gegen 18:30 Uhr abgeschaltet – einfach damit die Mitarbeiter im Leseraum mit der Qualitätskontrolle nachkommen.


Qualitätssortierer hoch über dem Leseraum installiert

Die Qualitätssortierer befinden sich an einem ungewöhnlichen Standort: hoch über dem Leseraum. Ursprünglich plante Jensma Agro den Bau einer neuen Halle, in die sowohl die Absacklinie als auch die Qualitätssortierer verlegt werden sollten. Dies hätte eine offenere Anordnung und angenehmere Arbeitsbedingungen geschaffen, jedoch keine zusätzliche Kapazität gebracht. Als sich herausstellte, dass der Neubau deutlich teurer werden würde als erwartet, wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen entschieden sich die Gesellschafter dafür, die Qualitätssortierer oberhalb des bestehenden Leseraums zu installieren, wo ausreichend Platz vorhanden war. Mit der gewählten Lösung ist Hessel insgesamt sehr zufrieden.


„Rückblickend hätten wir allerdings zwei Dinge anders gemacht.“ Die Plattform, auf der die Qualitätssortierer stehen, hätte etwa einen halben Meter höher gebaut werden sollen. Unter ihr verlaufen die Förderbänder für Kluten und Futterkartoffeln. „Wenn dort einmal ein Lager defekt ist, kommt man nur schwer daran.“


Möglichkeiten für weiteres Wachstum

Ein weiterer Verbesserungspunkt betrifft die Zuführbänder zu den Optica-Geräten. Früher befand sich dort ein Stabbodenband, durch das Staub nach unten fallen konnte. Die heutigen geschlossenen Förderbänder transportieren den Staub bis ganz nach oben, wo er erst am Ende des gemeinsamen Austragebandes der beiden Optica Q herunterfällt. Derzeit steht dort eine Schubkarre, die regelmäßig geleert werden muss. Künftig soll ein zusätzliches Förderband installiert werden, das den Staub direkt zur Austragsrinne für die Kluten transportiert.


Der Betrieb bewirtschaftet derzeit rund 220 Hektar Pflanzkartoffeln. Dank der Modernisierung der Sortier- und Kontrolllinie sieht Hessel gute Möglichkeiten, die Anbaufläche für Pflanzkartoffeln in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

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